TANZEN IN SUPERMÄRKTEN.

Ich hab da so in meinen alten Dateien rumgewühlt und jaaaa, da bin ich auf etwas gestoßen. Ich habe mal einen Text aus der Zeit Campus abgetippt. Regt tatsächlich zum Nachdenken an. What do you think?

Heute morgen auf der Fahrt zur Uni sind sie mir wieder aufgefallen: all die Menschen mit ihren iPod-Knöpfen im Ohr, wie sie auf den Boden starren, sich anschweigen. Manche haben sogar schon einmal in der Vorlesung nebeneinander gesessen. Aber hier, in der U-Bahn, tun sie so, als würden sie sich nicht kennen. Wenn sie dann abends nach Hause kommen, schalten sie ihre Computer ein, tippen Nachrichten auf Pinnwände oder unterhalten sich miteinander im Chat. In Deutschland, denke ich manchmal, verhalten sich alle wie Roboter. Irgendwer müsste das Eis brechen: Dann werfen die Menschen plötzlich ihre Computer und Handys aus dem Fenster. Sie strömen auf die Straße, fallen sich in die Arme, tanzen und singen in den Supermärkten und an den Haltestellen. Hand in Hand ziehen sie durch die Stadt und klingeln bei fremden Leuten. Dort lassen sie sich im Wohnzimmer auf die Sofas fallen, jeder hat sein Tagebuch dabei und liest daraus vor. Ich sitze zwischen ihnen und genieße, dass sich die Menschen endlich wieder ansehen.

(Alexander Mirsky in Zeit – Campus (?) : S. 3)

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