Wir wollen alles und nichts.

Unsere Beziehungen zu anderen Menschen scheinen sich durch viele verschiedene Faktoren zu verändern. Das bezieht sich auf Freundschaften und auf die Liebe. Unter anderem hat meiner Meinung nach das Internet einen erheblichen Beitrag dazu geleistet. Ich bin bei der Recherche … Weiterlesen

ZUSAMMEN ALLEIN.

Die amerikanische Kulturwissenschaftlerin Sherry Turkle ist einfach eine wahnsinnig intelligente Frau. Hier Auszüge aus einem irrsinnig spannenden Interview auf sz-magazin.sueddeutsche.de, das zum Nachdenken anregt:

Was ist denn falsch daran, wenn Jugendliche ihre Kontakte übers Internet pflegen?
Dass sie glauben, sie seien niemand, wenn sie es nicht tun. Die Devise lautet: »Ich teile mich mit, also bin ich.« Die digitale Kommunikation braucht keinen Inhalt, keine Botschaft. Vom »Ich habe ein Gefühl, ich möchte jemanden anrufen« geht es zum »Ich möchte ein Gefühl haben, also schicke ich eine SMS«. Teenager spüren ihr Gefühl nicht, wenn sie das nicht tun. Was einst als pathologisch gegolten hätte, ist heute der Stil einer Generation.“

[…]

„Was wir Langeweile nennen, ist wichtig für unsere Entwicklung. Es ist die Zeit der Imagination, in der man an nichts Bestimmtes denkt, seine Vorstellung wandern lässt.“

[…]

„Was Freundschaft und Intimität von einem fordern, ist kompliziert. Beziehungen sind schwierig, chaotisch und verlangen einem etwas ab, gerade in der Adoleszenz. Die Technologie wird genutzt, das zu umgehen, um sich mit den Problemen nicht auseinandersetzen zu müssen. Die Jungen schätzen ein Kommunikationsmedium, in dem man Verlegenheit und Unbeholfenheit ausblenden kann. Man zieht sich zurück, bevor man abgelehnt wird.“

[…]

„Im Gespräch mit anderen lernen wir auch das Gespräch mit uns selber. Wenn wir nicht miteinander reden, kompromittieren wir unsere Fähigkeit zur Selbstreflexion. Für Heranwachsende ist diese aber das Fundament ihrer Entwicklung.“

[…]

„Wenn man SMS schreibt, E-Mails verschickt, Informationen aus dem Netz sammelt, verschafft einem das ein gutes Gefühl. Ein High, man ist der Herr des Universums. Am Ende des Tages merkt man, dass man ununterbrochen beschäftigt war und über nichts Ernsthaftes nachgedacht hat. Dass man, wie es bei Shakespeare heißt, »verzehrt wird von dem, was einen ernährt«.“

GEHIRN RENOVIEREN.

Es ist oft so viel gemütlicher, auf seinen bekannten Gleisen zu bleiben. Wenn man jedoch immer die selbe Strecke fährt, sieht man auch nie Neues. Und noch viel schlechter sieht man, wenn man einem großen Zug hinterher fährt und nicht mal die Aussicht nach vorne genießen kann.

Was für eine widerliche Metapher!

Dennoch habe ich jetzt – nach einer Woche neuer Arbeit und neuen Einblicken – gemerkt, wie schnell man sich bedächtig in seinen Gewohnheiten fläzt. Außerdem ist es menschlich, dass man nicht jedes Tun ständig hinterfragt. Würde uns ja auch total überfordern. Aber manchmal ist es sinnvoll, kurz zu überlegen, ob das, was man gerade tut, so wirklich Sinn macht oder ob man es nur macht, „weil man das eben so macht“. Sei es, weil man es beispielsweise an der Hochschule so gelernt hat, es in jeglicher Fachliteratur so gelesen hat, oder sei es, weil man es sein ganzes Leben bislang so getan hat.

Manchmal braucht das Gehirn ein Reset, muss in manchen Angelegenheiten mal wieder auf Null gestellt werden. Das klingt viel einfacher als es sich anhört, aber tut gut, räumt die Festplatte da oben etwas auf und macht Luft für Neues.

Nach der fiesen ersten Metapher, der zweiten abartigen Abstraktion und der dritten hässlichen Metapher kann ich leider nicht konkreter werden, weil ich sonst schon Thesen und Ideen für meine Master-Thesis öffentlich verbraten würde. Das wäre ja dumm.

Aber eins möchte ich noch schreiben: Auch wenn Neues gut ist, sollte man dem Altmeister Picasso Glauben schenken: Man muss erst richtig und naturgetreu malen können, bevor man anfängt, Neues auszuprobieren.

DIE PURE SELBSTVERARSCHUNG

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Schonmal etwas von der „selbsterfüllenden Prophezeiung“ gehört? Nö? Dabei handelt es sich um eine Vorhersage, die sich einzig aufgrund ihrer Existenz erfüllt. Was bedeutet das? Wenn wir zum Beispiel jemandem sagen, er könne super gut kochen, dann wird sich derjenige aufgrund dieses Lobes so anstrengend, dass er irgendwann wirklich gut kochen kann. Das Praktische an dieser selbsterfüllenden Prophezeiung ist nun, dass man damit nicht nur andere Menschen positiv (natürlich auch negativ, aber das will man ja nicht) beeinflussen kann, sondern sie auch prima für sich selbst nutzen kann. Man kann quasi sein eigenes Gehirn überlisten. Und ich kann aus eigenen Tests bestätigen, dass das funktioniert. Wenn man sich also z.B. bevor man zur Arbeit geht sagt, dass heute ein ganz toller Tag wird und alles so toll und blumig aussieht und alle Menschen nett zu einem sein werden, dann wird der Tag tatsächlich ein bisschen schöner. Positives denken ist also kein Blabla und Irrglaube. Unser Gehirn lässt sich wirklich einfacher veräppeln, als wir denken.

Als ich von dieser Prophezeiung gelesen habe, ergab sie für mich auch deshalb Sinn, weil ich mal in Medieninformatik gelernt habe, wie neuronale Netze im Gehirn funktionieren – dass wir uns immer in solchen Assoziationsblasen „umherdenken“. So ist beispielsweise bei mir der Begriff Hund nicht nur mit den klassischen Assoziationen wie Bellen, Hundeleine oder Spazierengehen verbunden, sondern auch mit Liebe, Kindheit und natürlich mit unseren eigenen, tollen Hunden, die mich mein Leben lang begleitet haben. Ich verbinde also nur positive Eigenschaften mit dem Begriff Hund. Und weil ich irgendwie immer der Hundemensch war, durfte ich ja Katzen nicht so richtig mögen und habe mir wohl unbewusst eine Assoziationsblase mit negativen Eigenschaften von Katzen aufgebaut. Katzen finde ich arrogant, unfreundlich und egoistisch. Ich glaube nun tatsächlich, dass ich darauf Einfluss nehmen kann. Wenn ich also jedes Mal, wenn ich eine Katze sehe, denke, dass sie so süß aussieht und so schön und so total liebevoll ist, dann würde ich wahrscheinlich irgendwann sogar Katzen mögen.

Also ich hab gar kein Problem damit, mich selbst zu verarschen, denn es bringt ja nur Gutes. Und apropos: das weiß man zwar in der Regel schon, aber auch Lachen steigert nachweislich die Laune. Auch wenn man es einfach so erzwingt und eine bescheuerte Grimasse zieht. Das Gehirn nimmt das als positive Botschaft wahr und sendet Glücksgefühle aus.

Die Floskeln „Denk doch mal positiv“ oder „Lach doch mal“ ergeben also plötzlich doch irgendwie Sinn und hören sich gar nicht mehr so bescheuert an.

DAMALS EHRLICH.

Ich habe gerade einen alten Text von mir gefunden, verborgen im Dokumentenschatz meines Rechners. Ich habe ihn damals für meine Homepage (ja, da gab es noch sowas) geschrieben. Als ich diesen nun fand und las, dachte ich: Wow, das war ehrlich. Und irgendwie interessant, was man doch in jungen Jahren für Erkenntnisse hatte. Bin mir nicht sicher, ob ich noch alle diese Ansichten teile, aber finde es gut, mal darüber nachzudenken.

Die große Frage mit „W“

Warum sind manche Menschen so kompliziert? Warum steigt man manchmal nicht dahinter, was die andere Person gerade fühlt, wie sie reagiert oder was in ihrem Kopf passiert? Weil man selbst nicht so ist. Man versteht Menschen nur, wenn sie so reagieren, wie man selbst reagieren würde und selbst dann manchmal nicht, weil man seine eigene Reaktion auf eine bestimmte Situation nicht kennt. Ja, diese Antwort erscheint doch recht plausibel. Klingt auch nett. Als ob sie das Prädikat: „Besonders wertvoll“ verdient hätte. Aber kommt man damit weiter? Nein. Jetzt weiß ich immer noch nicht, wie ich das ändern kann. Ich habe immer diesen furchtbaren Drang, Menschen zu analysieren. Ich möchte sie verstehen. Ich würde unglaublich viel dafür geben, mal im Kopf eines anderen zu stecken. Nur mal so für eine Stunde. Oder für 5 Minuten. Wäre das nicht fantastisch? Bin ich nur so krank oder denken andere Menschen genauso wie ich? Oder können wiederum diese Menschen MICH nicht verstehen? Jetzt wird’s kompliziert.

Es gibt allerdings ein paar Dinge, bei denen man sich fast absolut sicher sein kann, dass sie immer so eintreten. Da sind eigentlich fast alle gleich. Menschen fangen sich nämlich grundsätzlich dann an, sich für jemanden besonders zu interessieren, wenn man selbst kein Interesse zeigt. Das weckt einfach die angeborene, ja kindliche Neugierde, zu erfahren, warum die andere Person sich nicht für einen interessiert. Das wurmt einen. Man möchte wissen, wieso. Man leidet, man fragt sich, was man falsch gemacht hat, ob man so ätzend ist, vielleicht auch furchtbar hässlich? Ja, das ist die Frage des Selbstwertgefühls. Das bekommt in dem Moment einen furchtbaren Rückschlag. Man fühlt sich plötzlich ganz klein, dominiert von einer anderen Person, die einem dieses Gefühl einfach so gibt. Ungeschützt ist man dieser Person ausgeliefert. Wieso? Wieso kann man nicht einfach sagen: Scheiß doch drauf! Ich weiß, was ich wert bin. Das zählt! Wenn die Person das nicht zu schätzen weiß, sogar vielleicht gar nicht herausfinden will, ist sie’s selber Schuld. Sie weiß ja gar nicht, was sie verpasst.

Wer von euch kann sowas zu sich selbst sagen, sich selbst so stärken? Bitte bei mir melden, ich möchte lernen wie das geht. Ich kann das nämlich nicht. Ich fange an zu nagen, zu kratzen und – weil sich’s so schön reimt – zu platzen. Ich halte das nicht aus. Sobald mir eine Person den Rücken zukehrt, sobald eine Person mir die kalte Schulter zeigt, fange ich an zu schwitzen. Das bringt mich so dermaßen auf die Palme, das kann man sich gar nicht vorstellen. Obwohl ich die andere Person vielleicht vorher selber nicht schätzen konnte, ich sie selber vorher gar nicht interessant fand, selber nicht viel von ihr gehalten habe. Ab dem Moment, wo sie mir das eben gleiche vermittelt, kehrt sich bei mir alles um. Ist es vielleicht auch dieser Drang von allen geliebt zu werden? Warum ist man manchmal zu einer Person, die man zum Verrecken nicht leiden kann, trotzdem nett? Weil man höflich, gut erzogen ist? Weil man einem Konflikt aus dem Weg gehen will? Oder weil man nicht hören will, was seine eigenen Fehler sind, nicht hören will, dass man von jemanden nicht gemocht wird? Bei mir wäre es wohl Letzteres.

Das ist auch so eine Frage. Warum möchte man von anderen nicht hören, was seine Fehler sind, auch wenn man sie längst kennt? Weil sie plötzlich real werden, eine Form annehmen, wenn jemand anderes sie ausspricht? Sie vorher noch versteckt in einem selbst waren und dachte, keiner wird sie je bemerken?

Menschen, die mir erzählen, sie könnten Kritik gut vertragen und alles würde nur so an ihnen abprallen, denen kann ich einfach nicht glauben. Kein Mensch hat so ein Selbstverständnis. Oder denke ich nur so, weil ich es nicht habe? Womit wir wieder am Anfang wären… Vielleicht führe ich dieses Gelabre irgendwann noch einmal weiter. Jetzt bin ich müde. Macht’s gut, Freunde :)!

SAG ES DOCH EINFACH!

Es könnte alles so einfach sein. Das wurde mir mal wieder klar, als ich diesen Post des Blogs „FuckYeahTobiTobsen“ (übrigens hervorragender Blog) auf Facebook gelesen habe.

Das zeigt mal wieder: Kommunikation ist alles. Nur über Kommunikation können wir vermitteln, was wir denken, fühlen und was wir wollen. Also kommunizieren wir doch einfach. Haha. „Kommunizieren“ und „einfach“ in einem Satz zu verwenden, ist ein bisschen witzig. Einem Kommunikationswissenschaftler braucht man nicht zu erzählen, was alles zu einer gelungenen Kommunikation gehört. Als gelungen wird sie bezeichnet, wenn die Nachricht des Senders vom Empfänger exakt und richtig dekodiert wird. Und das ist bei so vielen Einflussfaktoren eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit.

Das Traurige ist nun, dass meist gar nicht erst eine verbale Nachricht gesendet wird, womöglich aus lauter Angst vor falscher Dekodierung. So meint man, dass keine Kommunikation zustande kommt, da man schließlich keine Nachricht gesendet hat. Schlussfolgerung: kein Senden, kein Empfangen. Aber auch keine Kommunikation ist ja bekanntlich Kommunikation. Keine Nachricht ist auch eine Nachricht. Und „keine Nachricht“ wird in der Regel noch häufiger falsch dekodiert. Daher sollte man sprechen, so wie es auf dem Bild steht. Ich denke, das Leben kann dadurch tatsächlich ein Stückchen einfacher werden. Ich beziehe mich damit mal auf die altbekannte Redewendung: „Sprechenden Menschen kann geholfen werden.“ Ich versuche das dann auch mal bei Gelegenheit.

AWESOME MOMENTS #1

  1. Wenn das Schlagzeug bei einem guten Song zum ersten Mal einsetzt –> awesome moment
  2. Wenn man auf dem Gehweg jemandem entgegen läuft, der einfach so vor sich hin grinst –> awesome moment
  3. Wenn man einen alten Liebesbrief wieder findet –> awesome moment
  4. Wenn der Wecker – eingestellt vom Vortag – klingelt, aber man weiterschlafen darf –> awesome moment
  5. Wenn einem jemand einen Kuchen backt, obwohl er Backen hasst –> awesome moment
  6. Wenn man eine wunderbare alte Friends-Folge ansieht, in der jeder Witz erneut ein Kracher ist –> awesome moment
  7. Wenn man in einer alten Jackentasche einen Fünf-Euro-Schein findet –> awesome moment
  8. Wenn ein Hund beim Häufchen machen peinlich berührt schaut –> awesome (!) moment